Und es gibt doch noch vernünftige Menschen im Internet...

Letztes Wochenende bekam ich einen überraschenden und etwas unangenehmen Anruf, mit der Bitte die Seiten über meinen Holzbackofen vom Netz zu nehmen. Der Anrufer sah darin eine Verletzung seiner Urheberrecht an einem Bauplan für Holzbacköfen, den er im Internet vertreibt. So absurd mir das zunächst auch vorkam, muss man dem Bauplan-Anbieter doch zu gute halten, dass er nicht gleich die Abmahnkeule geschwungen hat, sondern erstmal das Gespräch gesucht hat. Ganz wie ich in meinem Impressum schreibe:

Falls Sie vermuten, dass von dieser Website aus eines Ihrer Schutzrechte verletzt wird, teilen Sie das bitte umgehend per elektronischer Post (Email) mit, damit zügig Abhilfe geschafft werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Die zeitaufwändigere Einschaltung eines Anwaltes zur für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen.

Nach dem Telefonat habe ich in einer Email nochmal bekräftigt, dass die Artikel über meinen Holzbackofen allein auf meinem Mist gewachsen sind und jedwede Ähnlichkeit mit dem betreffenden Bauplan nur zufällig bzw. der Natur der Sache geschuldet ist. Heute bekam ich dann auch eine nette Email, in der mir versichert wurde, dass meine Darstellung glaubhaft sei und die Sache damit als erledigt betrachtet werden kann.

Auch wenn der Bauplan-Anbieter mir mit dem Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung erstmal einen Schrecken eingejagt hat, kann ich ihm letztendlich dann doch nicht böse sein, denn er hat sich ansonsten sehr fair verhalten, was man von den wirklichen Internet-Abmahn-Abzockern nicht behaupten kann.

Also: Aufatmen! e-tobi.net wird so schnell nicht mit einer einstweiligen Verfügung vom Netz genommen :-)

Ein kleiner Lesetip am Rande: Ich habe mit der Juristerei an sich eigentlich nicht viel am Hut und kann meistens nur mit den Augen rollen oder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, Udo Vetters LawBlog lese ich aber trotzdem ganz gern - ist hin und wieder recht amüsant - Ally McBeal als Blog, in deutsch und ohne hübsche Frauen :-)

Published on 13/01/2009 at 21:30 by , tags , , ,

Das Internet, ein Abmahn-Netz

Da denkt man immer, dass einem mit seiner kleinen Homepage soetwas nie passieren könnte und dann sowas:

Bekomme ich doch heute einen Anruf, dass der von MIR verfasste Artikel über den von MIR entworfenen und von MIR gebauten Backofen jemandens Uhrheberrecht an einem im Internet angebotenen Holzbackofen-Bauplan verletzen würde. Auf den ersten Blick mag zwar wirklich eine Ähnlichkeit zwischen dem Backofen des Bauplan-Anbieters und meinem zu bestehen, aber ein Backofen ähnelt sich nunmal dem anderen, wie ein Auto dem anderen. Eine Google-Bilder-Suche findet bestimmt ein Dutzend Backöfen, die meinem ähnlich sehen (und keiner davon ist meiner, da ich Bilder von meiner Website von der Google-Suche ausgeschlossen habe).

Aber mal abgesehen davon, kann man ja wohl kaum jemandem, eine Urheberrechtsverletzung vorwerfen, der etwas nach irgendeinem Bauplan baut und dann Bilder davon ins Netz stellt. Wenn man so eine Bauplan im Ganzen oder in Auszügen kopieren und verbreite würde, sähe ich ja noch eine, dass man das Urheberrecht des Bauplan-Autors verletzt aber so - nee, also wirklich nicht! Da müsste einem doch schon der gesunde Menschenverstand sagen dass, das mit Urheberrechten rein garnichts zu tun hat.

Aber heutzutage ist das Urheberrecht vielleicht auch nicht mehr unbedingt mit einem gesunden Rechtsempfinden erfassbar. Ich hoffen, ich konnte den Bauplan-Autor überzeugen, dass ich weder bewusst noch unbewusst irgendeines seiner Urheberrechte verletzte. Zur Not würde ich mich auch auf einen Rechtsstreit einlassen, in der (hoffentlich nicht zu naiven) Annahme, dass ein deutsches Gericht hier auch wirklich "Recht" sprechen würde. Aber natürlich wäre es mir lieber, diesen ganzen Ärger zu vermeiden.

Published on 10/01/2009 at 14:14 by , tags , , ,

Backtag

Heute war mal wieder SonnBacktag mit folgendem Ergebnis:

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/sonntagsbacken.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/sonntagsbacken.thumb.jpg" alt="Ergebnis eines Backtags" title="Ergebnis eines Backtags"/>

  • Roggenmischbrote
  • Brötchen
  • Hörnchen
  • Kümmel-Hörnchen mit Hackfleischfüllung
  • Mohnzöpfe
  • Weißbrot
  • Apfelkuchen
  • Apfel mit Rum-Cranberries gefüllt im Teigmantel

Die Brötchen sind diesmal leider nicht ganz so gelungen - Brotbacken ist irgendwie einfacher.

Diesmal habe ich zum ersten mal auch selbst gezüchteten Sauerteig verwendet. Im Vergleich zu meinen bisherigen Versuchen mit gekauftem Trockensauerteig war das Ergebnis deutlich besser.

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/p1050762.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/p1050762.thumb.jpg" alt="Ergebnis eines Backtags" title="Ergebnis eines Backtags"/>

Wenn der Sauerteig stabil bleibt, kann ich in Zukunft vielleicht gänzlich ohne künstliche Chemie-Hefe ausgkommen.

Published on 30/09/2007 at 18:28 by , tags

Letzte Arbeiten am Backofen

Inzwischen ist der Backofen so gut wie fertig. Der Unterbau muss noch eine Tür bekommen und alles muss mit weißem Fugenmörtel verfugt werden.

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/backofen.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/backofen.thumb.jpg" alt="Backofen mit Dach" title="Backofen mit Dach"/>

Für die roten Bitumen-Biberschwanzschindeln sowie die Ort- und Traufbleche aus Aluminium musste ich nochmal etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. Beim diesjährigen "Sommer" war das Dach allerdings auch bitter nötig.

Dort wo der Schlot direkt durch den Dachfirst führt, muss ein großes Loch in die Schalung geschnitten werden. Das Ofenrohr kann sehr heiß werden, daher muss zu allen Holzteilen ausreichend Abstand gehalten werden!

Ein Aluminiumblech verblendet das Loch um das Ofenrohr herum. Das Blech sollte keine Berührungspunkte zum Rohr haben, da sonst die darüber transportierte Wärme die Bitumenschindeln zum Schmelzen bringen würde.

Das Ofenrohr selbst ist ein 5 mm Eisenrohr vom Schrottplatz. Zwei angeschweißte Edelstahlbleche ein bis zwei Zentimeter über dem Alublech sorgen dafür, dass kein Regen in den Spalt zwischen Rohr und Dach fließen kann.

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/backofen-schlot.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/backofen-schlot.thumb.jpg" alt="Ofenrohr" title="Ofenrohr" />

Auf dem Schrottplatz bin ich auch über eine kleine Zink-Wanne gestolpert, die jetzt einen prima Aschenkasten abgibt.

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/aschekasten.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/aschekasten.thumb.jpg" alt="Aschenkasten" title="Aschenkasten" />

Alles in allem hat der Ofen sich bis jetzt gut bewährt. Einmal eingeheizt reicht die Wärme gerade so für eine Ladung Brötchen und eine Ladung Brot. Danach ist die Temperatur auf unter 250 Grad abgefallen, was allerdings noch immer genug ist, um Kuchen zu backen oder einen Braten zu garen. Danach fällt die Temperatur relativ schnell auf ca. 100 Grad ab, wo sie sich dann aber auch über 15-20 Stunden hält. Bei 60-70 Grad kann man am nächsten Tag noch prima Früchte drin trocken. Zumindest mit Pflaumen und Äpfeln hat das recht gut funktioniert.

<typo:lightbox src="https://e-tobi.net/blog/files/ofen-mit-holz-miete.large.jpg" thumbsrc="https://e-tobi.net/blog/files/ofen-mit-holz-miete.thumb.jpg" alt="Holzmiete" title="Holzmiete" />

Zwei Drittel meines Holzvorrates sind leider schon aufgebraucht, weshalb ich wohl demnächst nochmal eine Ladung Brennholz kaufen muss. Für übernächstes Jahr habe ich mit meinem Vater an der Kettensäge aber schon Holz im Wald geholt, welches bis dahin in einer Holzmiete hinter dem Ofen schön trocknen kann.

Published on 24/09/2007 at 18:46 by , tags

Backofen - Der Unterbau

Über Ostern ging es auf der Backofenbaustelle wieder etwas voran. Gemessen an den Höhenmetern ist der Backofen nun schon fast zur Hälfte fertig, auch wenn sicher erst ein Drittel der Arbeit geschafft ist.

Published on 19/04/2007 at 09:44 by , tags

Nie mehr 0815-Brötchen!

Brote(Bild: pixelquelle.de / Maria Bosin) Schon seit einiger Zeit gehören gute Brötchen zu einer aussterbenden Spezies. Großbäckereien, Fertigbackmischungen und voll automatisierte Elektröfen bringen einfach nicht das selbe Ergebnis wie ein Bäcker, der 3:00 Uhr an die Arbeit geht und erstmal seinen Steinofen einheizt. Ganz zu schweigen von den ganzen Zusatzstoffen, die heute meist die Teigführung verkürzen - Emulgatoren, Trennmittel, Stabilistatoren, Enzyme, Aromastoffe, Farbstoffe... früher ging das mal mit Mehl, Wasser, Hefe, Salz und vielleicht noch etwas Backmalz!

Vorbei ist die Zeit, als man sich frühs halb acht in die sozialistische Wartegemeinschaft einreihte (auch noch lange nach der Wende) um in einer Tante Emma-Laden-ähnlichen Bäckerei, wo noch echter Backduft aus der Backstube drang, seine Brötchen zu kaufen.

Genug in nostalgischen Erinnerungen geschwelgt - zurück ins 21 Jahrhundert! Auch wenn es noch einige wenige gute Bäcker gibt - selbst ist der Mann und in Zukunft will ich meine Brötchen selber backen. Dazu muss natürlich erstmal ein Backofen her. Im Netz fand ich dazu auch einige Bauanleitungen, von denen ich mich habe inspirieren lassen. Daher will ich auch mein kleines Backofenbauprojekt hier dokumentieren.

Gebaut wird Bottom-Up, und so fange ich mit dem Fundament an.

(Bild: pixelquelle.de / Maria Bosin)

Published on 27/03/2007 at 12:31 by , tags , ,

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